Von kargen Kalksteinklippen und windgepeitschten Küstenwäldern über üppig blühende Sommerwiesen bis hin zu samtweichen Sandstränden – die Variation in der Landschaft schafft eine Vielfalt, die zu jeder Jahreszeit seine eigenen Reize für den naturliebenden Urlauber bereithält. Die Insel ist reich an Naturreservaten. Die Reservate sind ausgeschildert und Wegweiser führen zu den signifikanten Besonderheiten.

Gotland liefert durch sein kalkhaltiges Gestein einen idealen Nährboden für eine Vielzahl von Gewächsen. Von den 44 bekannten Orchideenarten Schwedens wachsen auf Gotland  35. Drei dieser Arten sind ausschließlich für Gotland bekannt: Spitzels Knabenkraut, Sumpf-Knabenkraut und Weißes Waldvöglein.

Der nördliche Teil der Insel ist geprägt durch kilometerlange Kieselstrände und windgepeitschte Krüppelkiefern. Bizarre Raukarfelder und Steinstrände gehen in goldene Sandstrände über. Die Strände von Sudersand und Ekeviken befinden sich auf Fårö und sind einen Besuch wert. Im Kiefernwald zwischen diesen beiden Stränden liegt Ulla Hau, eine Sanddüne auf der man mit ein wenig Glück auf den Ameisenlöwen und seine Fanggruben treffen kann.

Der Süden der Insel unterscheidet sich deutlich vom nördlichen Teil. Anstelle hoher Felsklippen dominieren weitgestreckte Strandwiesen. Auch hier trifft man auf die für Gotland charakteristischen und einzigartigen Kalkformationen, die Raukar genannt werden. Über Jahrtausende hat das Meer die weichen Partikel des Kalksteins ausgespült und diese majestätischen Steinsäulen geformt. Der bekannteste Rauk ist wohl der Alte von Hoburg, der so genannte Hoburgsgubben. Seit alters her schweift sein Blick in die südwestlichen Weiten der Ostsee. Das größte Raukarfeld der Insel, Digerhuvud, befindet sich im Nordwesten von Fårö. Die bizarren Kalksteinsäulen sind einzigartig in der schwedischen Naturlandschaft.

Hervorzuheben sind auch die Klippenfelsen, die sich von Tofta bis nach Halshuk im nordwestlichen Teil der Insel erstrecken. Mit ihren senkrechten Steilklippen liefern sie einen spektakulären Anblick und eine grandiose Aussicht über die Ostsee. Verschlungene Wege führen zu versteckten Grotten und Picknickstellen, an denen sich der Sonnenuntergang an einem warmen Sommerabend besonders gut genießen lässt.

Das Landesinnere der Insel ist durch Kiefernwälder und Feuchtwiesen auf felsigem Untergrund geprägt. Eine besondere Augenweide sind die üppigen Wildblumenwiesen. Im Frühjahr tanzen die Sonnenstrahlen auf einem dichten Teppich aus weißen Buschwindrosen und blauen Leberblümchen durch den erwachenden Inselwald.